NEIN zu kreuz.net

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Seit zwei Tagen (nicht wie fälschlich auf der Seite angegeben, seit 19.12) gibt es im Internet eine Seite, die für sich in Anspruch nimmt, das Erbe der Anfang  Dezember 2012 off gegangenen Hass-Seite ‘kreuz.net’ anzutreten. Unter dem Domainnamen “www.kreuz-net.info’ präsentiert man nun eine neue Seite, die dem großen Vorbild bereits vom Optischen her stark ähnelt. Lediglich eine Kommentarfunktion existiert bislang nicht.

 

Sowohl im Stil wie im Inhalt zeigen sich kaum Veränderungen: Bereits im allerersten Beitrag wettert man gegen die „Kampfschwulen“, die am Ende von kreuz.net schuld seien und bei denen sich Bischof Lehmann auch noch bedankt habe. Unmissverständlich präsentiert man die Absicht der Seite und beruft sich dabei ausdrücklich auf den Vorsitzenden des Priesternetzwerks, Pfarrer Guido Rodheudt, der im Zusammenhang mit ‘kreuz.net’ bereits in den Focus des öffentlichen Interesses geraten war:

„So bleibt als Ziel, eine ähnliche Beitragsqualität wie ‘kreuz.net’ zu erreichen, so daß das kolportierte Zitat eines Aachener Pfarrers Realität wird: „In Rom ist es so üblich, daß man morgens, bevor man die Fensterläden aufmacht, erst mal ‘kreuz.net’ liest, um zu sehen, was es in Deutschland Neues gibt.“

Auch antisemitische Ausfälle sowie harte Kritik an liberalen, als weniger schwulenfeindlich geltenden Bischöfen gehört bereits zum festen Repertoire der Seite. Auch zur anonymen Denunziation unliebsamer Personen wird, wie bei ‘kreuz.net’ ausdrücklich aufgerufen.

Die große Neuerung: die Seite hat ihren Server nun in Deutschland und ein Impressum mit einer echten Person aus Österreich.:

Medieninhaber, Herausgeber, Redaktion gem. § 25 MedienG:
Mag. G. Schneeweiß-Arnoldstein
A-1010 Wien, Weihburggasse 21
EMail: redaktion@kreuz-net.info

Der Wiener Burschenschafter Schneeweiß-Arnoldstein wurde in der Vergangenheit v.a. über die von ihm betreute radikale Seite www.couleurstudent.at/ und homophobe sowie antisemtische Ausfälle bekannt. Autoren der Burschenschaftsseite waren bereits als kreuz.net-Autoren tätig: so etwa das ehemalige Mitglied der Europakommission der Österreichischen Bischofskonferenz Mag. Friedrich Romig. Romig, der 1975 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreichs erhielt, gilt als wichtigster österreichischer Vertreter des „transformierten Antisemitismus“.

Dazu David Berger, Koordinator der Kampagne „Stoppt kreuz.net“ des Bruno Gmünder Verlags sowie des Magazins „Männer“ (Berlin), deren Engagement wesentlich für das Off von kreuz.net verantwortlich gemacht wird:

„Dass wir kreuz.net in die Knie zwingen konnten, war eine großartige Sache. Aber bereits als Kreuz.net off ging, habe ich vor verfrühtem Jubel gewarnt. Der Sumpf, aus dem kreuz.net hervorgewachsen ist und der die Hass-Seite genährt und groß hat werden lassen, existiert ja weiter!“  Weiterhin können sich laut Berger solche Katholiken für ihr „Handeln auf den Papst berufen, der in den Weihnachtstagen gleich drei mal kurz hintereinander durch schwulenfeindliche Ausfälle von sich reden machte.“

Daher darf man nun gespannt sein, ob all jene, die sich sehr spät von kreuz.net distanziert haben, diesmal früher aktiv werden. Weiterhin sei es laut Berger an der Zeit, dass die kirchlichen Verantwortlichen

„sich endlich an eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit den fundamentalistischen Katholiken und deren breit gefächertem Engagement im Internet wagen.“

Tino Henn vom Bruno Gmünder Verlag dazu:

„Die Aktion „Stoppt kurez.net“ wird auf jeden Fall auch diese Seite aufmerksam beobachten und auch hier im gegebenen Fall tätig werden.“

(Logo/Text: Aussendung Initiative Stoppt kreuz.net“)

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